Was macht ein Kompressor?
Ein Kompressor ist grundsätzlich ein Gerät, welches den Dynamikumfang, also die Differenz zwischen dem lautesten und dem leisesten Pegel eines Audiosignals, reduziert. Kurz gesagt: Die lauten Signale werden leiser, die leisen lauter. Dieser Umstand wird nun benutzt, um die durchschnittliche Lautstärke bspw. eines Musikstücks anzuheben und ihm einen konstanteren Pegel mit weniger starken Ausbrüchen zu geben, was zu einer größeren Präsenz und mehr Druck führt.
Zunächst stellt man am Kompressor den sogenannten Threshold-Parameter ein. Der Threshold ist derjenige Pegel, ab dem das Signal vom Kompressor in der Dynamik reduziert wird. Der Grad der Dynamikreduktion wird vom Ratio-Parameter gesteuert. So bedeutet z.B. ein Ratio-Wert von 2:1, dass jeweils 2dB (Dezibel) zusätzlicher Pegel am Eingang des Kompressors nur 1dB lauter am Ausgang des Kompressors anliegt.
„Na toll", werden Sie sagen. „Ursprünglich wollten wir doch unserem Song mehr Drive geben und bis jetzt haben wir nichts anderes gemacht als die Lautstärke zu senken!"
Genau hier setzt die Gain-Funktion an. Dass das Signal nicht leiser aus dem Kompressor kommt als es hereinkam, wird durch eine Pegelanhebung nach der Kompression gewährleistet.
Viele Kompressoren enthalten zusätzlich eine Limiter-Sektion, wobei dies eigentlich nur Kompressionen über einer Ratio von 20:1 oder darüber (die höchste Ratio ist Unendlich:1, was auch als "hartes Limiting" bekannt ist) bezeichnet. Dies ermöglicht das Anheben des Gesamtpegels ohne Erhöhung der Pegelspitzen, d.h. das Signal wird im Ganzen lauter, es kommt aber nicht zu Verzerrungen.
Kompressoren bieten - je nach Funktionsumfang - noch eine Reihe weiterer Parameter an, wie z.B. Attack (Einschwingzeit) und Release (Ausschwingzeit) Zeiten, die ebenfalls auf die Verarbeitung des Eingangssignals elementaren Einfluß nehmen. Bei manchen Kompressoren werden diese automatisch geregelt, was natürlich Ihren kreativen Freiraum einschränkt.
So ließen sich bspw. durch das Experimentieren mit dem Release-Regler (kurze Release-Zeit) bemerkenswerte Klänge pumpender, atmender und saugender Natur erzielen. Wie auch immer man einen Kompressor benutzt, er ist ein unverzichtbares Werkzeug bei der Gestaltung und Produktion moderner Musik.
Es gibt zahlreiche Anwendungen für Kompressoren, z.B. bei Einzelsignalen wie Vocals, Soloinstrumenten, Drums etc. als auch für komplette Mischungen. Hier werden sie vor allem genutzt, um eine Mischung grundsätzlich lauter zu machen, oder den Dynamikumfang einer Aufnahme oder eines Live-Signals auf den relativ begrenzten Umfang eines Recorders o.Ä. anzupassen. Anwendungen bei Einzelsignalen sind z.B.: Verstärkung des Sustains einer Gitarre, erzeugen einer „fetteren" Gesangsstimme (möchten Sie, dass Ihre Sängerin auch wie eine dicke, schwarze Rockröhre klingt?), oder das Hervorheben von Bass- und Drum-Spuren.
Die Funktionsweise eines Kompressors ist so einfach wie effektiv. Ein Kompressor ist für eine gute Soundqualität bei Live- und Recordinganwendungen essentiell. Das ist auch der Grund, warum Kompressorsektionen in vielen Multieffektgeräten, Synthesizern und Digitalmixern vorhanden sind.
Der Kompressor gehört zu den gängigsten Dynamikbearbeitungsgeräten im Tonstudio. Er bewirkt eine mehr oder minder schnelle Pegelabsenkung, wenn der Signalpegel einen eingestellten Pegelwert (Threshold) überschreitet. Die Pegelreduktion ergibt sich aus dem Betrag der momentanen Schwellwertüberschreitung und dem Verhältnis, das der Ratio-Wert vorgibt. Ein Limiter (dt. Begrenzer) ist eine spezielle Anwendung des Kompressors. Er sorgt dafür, daß der eingestellte Schwellenwert (Threshold) niemals überschritten wird.
Zu den Aufgaben eines Kompressor/Limiters gehört es, Übersteuerungen durch kurze Pegelspitzen zu unterbinden, das Klangmaterial zu verdichten, bzw. die subjektive Lautstärke zu erhöhen, temporäre Pegelunterschiede anzugleichen oder das Signal auf einem relativ gleichbleibenden Pegelniveau zu halten.
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